Grundbegriffe

Liegenschaftszinssatz

Kurz erklärt

Der Liegenschaftszinssatz ist der von Gutachterausschüssen aus echten Kauffällen abgeleitete Zinssatz, mit dem sich Immobilienwerte marktüblich verzinsen — der zentrale Kapitalisierungsfaktor im Ertragswertverfahren.

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Was ist der Liegenschaftszinssatz?

Der Zinssatz, mit dem der Verkehrswert einer Immobilie im Mittel marktüblich verzinst wird. Die örtlichen Gutachterausschüsse leiten ihn aus tatsächlich beurkundeten Kauffällen ab — er ist also gemessene Marktrealität, kein theoretischer Rechenzins.

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Wie wirkt der Liegenschaftszins auf den Immobilienwert?

Gegenläufig: Je niedriger der Zinssatz, desto höher der Vervielfältiger und damit der Ertragswert. Schon ein halber Prozentpunkt verschiebt den Wert eines Mehrfamilienhauses spürbar — er ist der empfindlichste Parameter des Ertragswertverfahrens.

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Wo finde ich den Liegenschaftszinssatz?

In den Grundstücksmarktberichten der Gutachterausschüsse, vielerorts kostenlos über die BORIS-Portale der Länder. Veröffentlicht wird er nach Objektart und Lage getrennt; Wohnimmobilien liegen dabei deutlich niedriger als Gewerbeobjekte.

Häufige Fehler in der Praxis

  • Einen bundesweiten Pauschalwert ansetzen — der Zinssatz unterscheidet sich je Stadt, Lage und Objektart erheblich.
  • Liegenschaftszins mit Kapitalmarkt- oder Kreditzins gleichsetzen — er bildet Immobilien-Kauffälle ab und folgt dem Kapitalmarkt nur träge.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Warum ist der Liegenschaftszins in Metropolen niedriger?
Weil Käufer dort für denselben Ertrag mehr bezahlen — Sicherheit und Wertentwicklungserwartung drücken die laufende Verzinsung. Ein niedriger Liegenschaftszins ist das Bewertungs-Spiegelbild hoher Kaufpreisfaktoren.
Was mache ich, wenn kein Wert veröffentlicht ist?
Auf Werte vergleichbarer Städte oder die Modellansätze der ImmoWertV ausweichen und die Bewertung mit einem zweiten Verfahren plausibilisieren. Für belastbare Zwecke bleibt das eine Aufgabe für Sachverständige.
Ist ein hoher Liegenschaftszins gut oder schlecht?
Weder noch — er beschreibt den Markt. Hohe Zinssätze stehen für ertragsstarke, risikoreichere Lagen, niedrige für teure, stabile Märkte. Für Investoren ist er vor allem ein Plausibilitäts-Anker der eigenen Renditeerwartung.